Laufen lassen!

Langsam wird es gut! Bereits seit geraumer Zeit befinde ich mich in einer vierköpfigen Ausreißergruppe. Zwei der Jungs hatten mich überholt, ich mich an sie dran gehängt. Der Dritte in unserem Zug war dann etwas später dazu gestoßen. Der Regen peitscht seit kurz nach dem Start vom Himmel, zum Glück ist es relativ warm. Auf den Kuppen des Haspengouw erwischen uns einzelne, recht starke Windböen. So lasse ich mich von dem Dreiertrupp ziehen. Das Tempo ist so hoch, dass eine Führungsarbeit meinerseits nicht in Frage kommt.
Irgendwann drücken mir langsam aber sicher die eineinhalb Liter Tee vom Morgen auf die Blase. Soll ich anhalten und die starke Gruppe ziehen lassen? NEIN, schreit es in mir, das muss auch anders gehen. Eine Zeit lang versinke ich in Gedanken und die Ablenkung funktioniert auch tatsächlich. Wir pedalieren eintönig vor uns hin. Dann drückt es wieder, stärker noch als zuvor. Ich denke an die Profis. Die würden in einer solchen Rennsituation – gute Gruppe erwischt und vorne weg unterwegs – einfach laufen lassen. Ich folge weiter meinen drei Wegbereitern doch … es drückt, … auf die Blase. Immer wieder sage ich mir: „Laufen lassen! Laufen lassen!“ und denke an Eddy, an Marco, an weiß nicht mehr wen und lasse es laufen.

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